Im Sommer 1628 gab der schwedische König Gustav II. Adolf eine Reihe großer Kriegsschiffe in Auftrag. Unter diesen Schiffen befand sich auch die Wasa, die bereits im Bau war und zunächst Ny Wasan heißen sollte. Mit ihrem Bau wurde der holländische Meister Henrik Hybertsson beauftragt. Er starb 1627. Sein Nachfolger und Vollender der Wasa war Hein Jacobsson. Die Gesamtkosten betrugen etwa 100 000 Reichstaler.
Am 10. August 1628 legte die Wasa unter dem Kommando von Kapitän Söfring Hansson zu ihrer Jungfernfahrt ab. Anfangs wurde das Schiff gewarpt. Nachdem es etwas vom Land freigekommen war, bekam es auch Wind in die Segel.
Schon jetzt zeigte die Wasa starke Krängung nach Lee. Wenige Minuten später zwang eine einfallende Bö das Schiff auf die Seite. Sofort eingeleitete Trimmversuche blieben ohne Erfolg. Durch die offenen Geschützpforten, von denen die untere Reihe nur etwa 1,20 bis 1,50 m über der Wasserfläche lag, drangen große Wassermassen ein. Bei der Insel Beckholmen ging die Wasa in 32 m Wassertiefe auf Grund. Von der Besatzung, die ohnehin noch nicht vollzählig an Bord war, sind wahrscheinlich nur 30 Personen ertrunken. Bei der Bergung wurden 15 Skelette im Rumpf gefunden. Als Hauptursache für das Unglück nimmt man an, dass der Rumpf im Schiffsboden zu schmal und scharf war, um Ballast aufnehmen zu können, und dass die unteren Geschützpforten zu nahe am Wasserspiegel lagen. Das Schiff war topplastig. Die ersten Bergungsversuche begannen am 13.August 1628. Sie brachten die Wasa auf ebenen Kiel. 1664 und 1683 wurden mit Hilfe von Taucherglocken vermutlich 54 Kanonen gehoben. Im August 1956 entdeckte Anders Franzen nach zweijähriger Suche das Wrack erneut. Es wurden sofort Pläne für die Bergung des Schiffs in Auftrag gegeben. Kurz darauf ging eine 60 Mann starke Bergungsmannschaft an die Arbeit. Von den Tauchern der Bergungsmannschaft wurden sechs 24 m lange Tunnels unter dem Rumpf gegraben, durch welche die Bergungstrossen durchgeführt werden mussten. Mit Hilfe von 2 Pontons gelang am 20. August 1959 die erste Hebung. In 28 Tagen zog ein Schlepper die Wasa 550 m weit in flaches Wasser. Dabei musste das Schiff 18 mal abgesetzt werden, um neu angehoben werden zu können. Am 24. April 1961 waren alle Vorbereitungsmaßnahmen soweit abgeschlossen, dass die Wasa aus dem Wasser genommen werden konnte. Auf eigenem Kiel schwamm sie am 4. Mai 1961 ins Trockendock. Inzwischen war ein riesiges Beton – Ponton gebaut worden, auf dem das Schiff wenig später seinnen endgültigen Liegeplatz fand. Die Wasa ist das älteste erhaltene und völlig identifizierte Schiff, das wir bis jetzt kennen. Heute liegt sie bei der Wasa Werft auf ihrem Ponton, über dem inzwischen ein Aluminiumhaus errichtet wurde.
Art: Kriegsschiff des 17.Jahrhunderts, 64 Kanonen, Batteriedecks
Nation: Schweden
Eigner: Statens Sjöhistoriska Museum, Stockholm
Liegeplatz: Stockholm, Wasa – Werft, Insel Djurgarden
Baujahr: 1628; Königl. Bauauftrag im Jahre
1625; Stapellauf vermutlich 1627
Werft: Königliche Marinewerft Stockholm
Vermessung: ca.1300 ts Deplacement
Abmessungen: Länge über alles ca.65,00 m
Länge Rumpf ca. 57,00 m
Länge zwischen den Loten 46,00 m
Größte Breite 11,70 m
Seitenhöhe ca. 8,50 m
Tiefgang Vorschiff 4,30 m
Achterschiff 4,90 m
Besegelung: Wahrscheinlicher Segelplan:
10 Segel; Blinde, Oberblinde;
Vor- und Großmast: Einfaches Marssegel, einfaches Bramsegel;
Besanmast: Lateinersegel, darüber einfaches Marssegel
Masten, Spieren: Höhe Großmast über Kiel: ca. 49 m
Bugspriet mit Blinderah
Bugsprietstenge mit Oberblinderah
Besatzung: Vorgesehen für 133 Mann Besatzung und 300 Seesoldaten
Bewaffnung: 64 Kanonen;
48 24 – Pfd, 8 3 – Pfd, 3 35 – Pfd, 2 62 – Pfd, 2 1 – Pfd, 1 16 – Pfd;
alle Rohre aus Bronze; Gesamtgewicht ca. 80 t
Verwendung: Museums - Schiff