Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges, 1783, gelang es den jungen Vereinigten Staaten von Amerika, sich allmählich die Seewege für eine eigene Handelsflotte zu öffnen. Im Mittelmeer wurden die Schiffe aber immer wieder von den Seeräubern der Barbareskenstaaten angegriffen und die Besatzungen gefangen genommen. Zum Schutz dieser Segler und zum Schutz der neuen Nation beschloss 1794 der Kongress, sechs Fregatten bauen lassen. Drei davon wurden sofort in Auftrag gegeben. Von diesen Schiffen leben heute noch zwei, die Constitution in Boston und die Constellation in Baltimore. Die Constitution wurde nach drei jähriger Bauzeit im Jahre 1797 fertiggestellt und kam im Krieg mit England (1812-1814) zu ihrem ersten siegreichen Gefecht mit der 38-Kanonen-Fregatte Guerriere, ebenso mit der Fregatte Java. Weil das Geschützdeck hoch über der Wasserlinie liegt
(ca. 2,5 m), konnte die Constitution auch bei grober See hart gesegelt werden.
Das brachte ihr in vielen Situationen Feind-Überlegenheit. Es wurden Geschwindigkeiten bis zu 13,5 kn geloggt.
Im Februar 1815 machte sie ihre letzte Kriegsfahrt. Am 20.Februar 1815 bestritt das Schiff ein siegreiches Gefecht mit der britischen Fregatte Cyane und der Kanonen-Schaluppe Levant. In den darauffolgenden Jahren lag sie in Boston vor Anker und wurde auch mehrmals repariert und verändert bis sie im Jahre 1821 Flaggschiff des Mittelmeer-Geschwaders wurde. Eine Kommission erklärte sie allerdings 1828 für seeuntüchtig, sie konnte nur durch viele Proteste der Bürger vor dem Abbruch gerettet werden. Nach erneuten Reparaturen wurde sie 1835 wieder im Mittelmeer- Geschwader eingesetzt. Ab 1839 unternahm sie mehrere Reisen unter anderem nach Afrika und ins chinesische Meer. Von 1855-1860 wurde das Schiff in Portsmouth (New Hampshire) weitgehend erneuert. In den nächsten Jahren war die Constitution Schulschiff bei der Marineakademie in Annapolis. Nachdem sie 1878
Handelsware für die Pariser Weltaustellung nach Frankreich brachte war ihr Zustand 1905 so schlecht, dass sie Zielschiff der Flotte werden sollte. Wieder war es die Öffentlichkeit, die gegen eine Zerstörung protestierte und die Erhaltung durchsetzte.
Bis 1925 war sie ein Museumschiff musste dann aber 1927 nochmals runderneuert werden. 1941 wurde sie wieder in Dienst gestellt und dient seitdem als stationäres Flaggschiff zur Repräsentation der Navy. Sie ist für Besucher geöffnet und zudem das älteste noch im dienst stehende Schiff der Welt, das noch schwimmt.
Art: Fregatte, Holz (Vollschiff)
Nation: U.S.A.
Eigner: Kriegsflotte (U.S. Navy)
Liegehafen: Boston
Baujahr: 1797; Stapellauf 21.Oktober 1797
Werft: Hartt’s Shipyard, Boston (Mass.);
Konstruktion: Joshua Humphreys
Vermessung: 2200 ts Deplacement
Abmessungen: Länge über alles 93,00 m
Länge Rumpf 62,00 m
Länge zwischen den Loten 53,50 m
Größte Breite 14,00 m
Breite Hauptdeck 11,70 m
Seitenhöhe 11,00 m
Tiefgang 6,00 m
Segelfläche: 3970 qm (Mit Leesegeln); Groß Marssegel 315 qm
Besegelung: 36 Segel (Mit Leesegeln, ursprüngliche Besegelung); einfache
Marssegel, einfache Bramsegel, Royals, Skysegel, Leesegel
Masten, Spieren: Höhe Großmast über Deck 52,00 m
Länge Großrah 28,00 m
Länge Großroyalrah 9,00 m
Bugspriet mit Klüverbaum 29,00 m
Besatzung: etwa 475 Mann (mit Seesoldaten)
Bewaffnung: Bau Bestückung: 44 Geschütze; im Krieg 1812: Geschützdeck
30 24-Pfd, Spardeck 16 32-Pfd, Vor-Spardeck 2 24-Pfd, 1 16-Pfd,
6 32-Pfd; insgesamt 55 Geschütze
Verwendung: Stationäres Flagschiff, Museumsschiff